Jahresrückblick 2024
Jahresrückblick 2024

Jahresrückblick 2024

Liebe Freund:innen der a.cat,

2024 ist jetzt vorbei und wir, das a.cat-Kollektiv, haben in diesem Jahr das Leo:16-Kollektiv abgelöst. Dieser Wechsel war für uns ein ebenso anstrengendes wie erfüllendes Abenteuer und wir sind dankbar für alle die uns dabei unterstützten und begleitet haben. Hier ist ein kleiner Rückblick wie das alles so ablief.

Das Leo-Kollektiv hatte Ende 2023 bekanntgegeben, sich aufzulösen und den Laden an ein neues Kollektiv abzugeben. Im Übergabeprozess haben uns die Leos langsam aber sicher alles beigebracht, was wir wissen sollten. Für uns, als nur für diesen Zweck neugegründetes Kollektiv, war das ganz schön viel, aber wir haben soviel mitgenommen wie es geht und standen ab der Übergabe Mitte des Jahres auf eigenen Beinen.


Der Betrieb des Ortes und das Füllen der a.cat mit Leben ist eine Aufgabe, die uns bereits jetzt immer wieder an die Rande unserer Kapazitäten bringt. Auch wenn wir mittlerweile mehr Mitglieder haben, als die Leos zum Zeitpunkt der Übergabe hatten, sind wir froh über jede*n, der*die uns unterstützt, sei es als Supporter*in oder als Kollektivmitglied. Oder natürlich mit einem Darlehen oder (regelmäßigen) Spenden.

Obwohl ein neues Kollektiv den Raum betreibt, glauben wir, dass sich für regelmäßige Kundschaft keine großen Änderungen ergeben haben. Auch unsere Ziele für den Raum unterscheiden sich nicht stark von denen des Leo:16-Kollektivs. So möchten wir einen möglichst offenen, selbstverwalteten Raum ermöglichen, der sowohl Raum für Kultur, politischen Austausch und Organisierung und einen safer space für marginalisierte Gruppen bietet.

Wir haben die alten regelmäßigen Events von tincan, Queerbar und Aroace-Treff mit übernommen und freuen uns sehr, dass es noch mehr regelmäßige Events werden konnten. Beispielsweise gibt es jetzt wöchentlich den Welcome-Brunch von Welcome Münster, zweiwöchentlich den Kneipenchor und Buchclub sowie den monatlichen Bi- und Pantreff in neuer Form.

Mit der Übernahme haben wir versucht auch einige von unseren eigenen Events zu planen und zu organisieren. Zum Beispiel wollten wir gerne an Feiertagen geöffnet haben, um gerade an diesen oft schwierigen Tagen einen safer space bieten zu können. So hatten wir an Halloween und den Weihnachtstagen offen und haben eigene Veranstaltungen daraus gemacht. Auch waren wir bei Veranstaltungen außerhalb der Wände der a.cat und haben Cocktails gemixt, wie auf dem Hot Queer Summer der Bambule in Osnabrück und der Gazo-Abriss-Party, deren Anlass wir alle doof finden. Auch auf dem Parking Day haben wir Outreach betrieben.
Außerdem haben wir die Café-Öffnungszeiten am Samstag ab 14 Uhr etabliert, bei denen wir uns wünschen, dass diese noch bekannter werden und mehr Anklang finden.

Wir möchten den Raum auch nutzen, um Kulturveranstaltungen einen Raum zu bieten. Wir konnten viele Konzerte von Kleinkünstler*innen aus verschiedensten Genres auf unserer Bühne sehen. Dazu gehörten Kabra Adabra, Amirreza Edalat, Sarg Usuk, Ten foot pole, Liv anderson, Saturndaze, Prince Harvey und Ztratila se Kocka.
Leider waren manche dieser Konzerte nicht so gut besucht. Daraus haben wir gelernt, Konzerte früher zu bewerben und Wochentage wie den Sonntag zu vermeiden. Wir danken den Personen und Gruppen ganz herzlich, dass sie den Raum und unsere Ohren mit Musik füllten.

Die a.cat ist auch Raum für (politische) Bildung und Diskussion. Vortragsabende, die hier stattfanden beinhalten: Infos und Austausch mit dem Rondenbarg Solikreis (FantifaMS), Vorstellung von RWE und co Enteignen, die Initiative Mavenheart, George Soros macht unsere Kinder trans (Vero Kracher, Pro Choice MS, inta*-Referat), Zu Knast und Repression (Schwarz-Rote Hilfe Münster) und die barrierearme Lesung „Nicht falsch nur neurodivergent“ (Charlotte Suhr).

Als neues Kollektiv wurden wir leider auch schnell Ziel von Anfeindungen und Angriffen auf den Laden. Eine Auswirkung dieser Angriffe ist mit der zerstörten Scheibe jetzt zum Jahreswechsel noch immer zu sehen. Wir möchten dem nicht viel Raum einräumen, sagen nur, dass wir uns nicht einschüchtern lassen und die Scheibe zeitnah ersetzt werden wird.

Abschließend möchten wir noch ein bisschen Transparenz über die finanzielle Situation des Freygeist e.V. (unseres Vereins für die juristische Seite des Kneipenbetriebs) bieten. Die Leos haben uns den Laden mit etwa 26.000€ Schulden übergeben, die vor allem aus dem Abschlag bestehen, den sie gezahlt haben, als sie den Laden übernommen haben. Dieses Geld ist verteilt auf Privatdarlehen solidarischer Menschen. Einige Gläubiger*innen wollten mit Wechsel des Kollektivs verständlicherweise ihr Darlehen zurückgezahlt bekommen. Glücklicherweise haben wir neue Menschen gefunden, die neue Darlehen gegeben haben, sodass uns diese Last abgenommen wurden. In Sachen Umsatz und Spenden halten wir uns gegenüber der Ausgaben etwa die Waage bzw. konnten in dem halben Jahr, in dem wir den Raum nun betreiben leichten Gewinn verzeichnen.

Wir bitten gerade im Blick auf bisher eher umsatzschwache Wintermonate weiterhin besonders um regelmäßige monatliche Kleinspenden von z.B. 5-10€. Diese geben uns Planungssicherheit und erlauben uns, den Raum so wenig von kapitalistischen Zwängen beeinflusst zu betreiben, wie möglich. Allen die bereits spenden, danken wir ganz doll <3

Wenn wir irgendetwas offen gelassen haben, schreibt uns gerne oder besucht uns im Laden. Wir freuen uns, euch zu sehen und dass ihr immer noch dabei seid.

Mausige, katzige, solidarische, gemütliche und widerständische Grüße!

Euer a.cat-Kollektiv

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